Dramatisches Ende der Vorrunde

Mehr Drama geht nicht: In der Nachspielzeit sichert sich der FC Gams mittels verwandelten Handspenaltys noch einen Punkt. Bitter für den FC Haag, der den Sieg aus den Händen gab, weil man die Entscheidung mehrmals verpasst hat.

Das Derby zwischen dem FC Haag und dem FC Gams am Samstag nahm ein dramatisches, unerwartetes, aber leider auch ein unsportliches und ein abscheuliches Ende. All dies entstand durch einen einzigen Pfiff des Schiedsrichters Ceesay, der in der Nachspielzeit ein Handspiel des Haag-Spielers Vögele im Strafraum gesehen hat.
Das Drama aus Haager Sicht wurde in der zweiten Nachspielminute perfekt. René Rüdisühli, in der 76. Minute bereits einmal erfolgreich vom Elfmeterpunkt, durfte erneut antreten, der Heimsieg war in Gefahr. Der Gamser behielt die Nerven und schoss das 2:2 – ein unerwartetes Schlussresultat für sämtliche Zuschauer. Denn Haag hatte den Gegner im Griff und steuerte sicheren drei Punkten zu. Unsportlich die Reaktionen der Haager Vereinsvertreter vor dem Penalty, nach dem Penalty und vor allem nach Spielende. Sie haben den Schuldigen für den verpassten Sieg in Ref Ceesay gefunden. Gar abscheulich wurde es, als ein Haager sich zu einer ausländerfeindlichen Aussage, ganz hart an der Grenze zum Rassismus, verleiten liess. Die Überschreitung der besagten Grenze übernahmen dann erboste Haager Zuschauer.

Wer die Chancen nicht macht…
Besonnen reagierte dagegen Pascal Haldner auf die Ereignisse in derMKMArena. «Das 3:0 wäre matchentscheidend gewesen. Die Chancen waren da, um den Sack zuzumachen. Doch wir haben sie nicht gemacht. Nun stehen wir mit einem Punkt da.» Und dass man sich an der eigenen Nase nehmen muss, verschweigt der Stürmer nicht: «In der Halbzeitpause waren wir fast zu siegessicher. Vor allem im Mittelfeld haben wir in der zweiten Halbzeit zu wenig gekämpft. Gams hat uns den Schneid abgekauft, gekämpft und probiert. Somit war der Gamser Punkt auch nicht so unverdient.»
In der ersten Halbzeit war er Dreh- und Angelpunkt von Haags Angriffsmaschinerie und gab zu beiden Toren den letzten Pass. Nach der Pause ging er dann erfolglos auf Torjagd. «Einerseits hat im Abschluss das Glück gefehlt. Andererseits hat der Gamser Goalie zwei, drei Schüsse souverän herausgekratzt – Kompliment an den Torhüter, der sehr gut gehalten hat.»

Drei Schüsse – zwei Tore
Gams-Trainer Memo Eriten hat keine Schwierigkeiten, den Held des Tages ausfindig zu machen: «Das 3:0 wäre ganz klar der Genickstoss gewesen. Kompliment an unseren Schlussmann Christian Gassner, der uns im Spiel gehalten hat.» Eriten hat während des Spiels gelitten. Wie seine Mannschaft zwar generös angerannt ist – aber sich an der Haager Abwehr die Zähne ausbiss. Nach drei Vierteln der Partie hatte Haag-Goalie Marco Hardegger noch keinen Ball halten müssen. Der erste Schuss war der erste Handspenalty, gleichbedeutend mit dem 2:1. Mit dem dritten Schuss aufs Tor fiel das 2:2. «Das Glück, das wir in den letzten Spielen nicht hatten, hatten wir heute auf unserer Seite», ist sich Eriten bewusst.

Unterschiedliche Bilanzen
Für die 4.-Liga-Teams ist nun die Vorrunde vorbei. «Wir sind nicht zufrieden, wir haben uns mehr erhofft», sagt Memo Eriten unverblümt. «Der Co-Trainer und ich werden über die Bücher gehen müssen. Ich bin froh, ist nunWinterpause. So können die Spieler regenerieren.» In der Rückrunde will der FC Gams dann zeigen, wozu er fähig ist. Dieser Punkt in Haag, so der Trainer weiter, sei gut für die Moral gewesen.
«Nach dem Spiel ist jeder etwas enttäuscht», so Pascal Haldner. «Aber wenn man die ganzeVorrunde anschaut, ist unsere Bilanz positiv. Wir nehmen die Rückrunde auf Platz zwei in Angriff – das hat niemand von dieser jungen Truppe erwartet.» Diesen Rang will man nächsten Frühling verteidigen. Sowie Führungen in Werdenberger Derbys nicht mehr in der Nachspielzeit aus den Händen geben wie in Grabs und am Samstag zu Hause gegen Gams.

Haag − Gams 2:2 (2:0)
MKM Arena − 200 Zuschauer. − Sr. Ceesay.
Tore: 5. Marquart 1:0. 21. Fabian Hardegger
2:0. 76. Rüdisühli 2:1 (Handspenalty).
90. (+2) Rüdisühli 2:2 (Handspenalty).
FC Haag: Marco Hardegger; Vögele, Müller,
Eichenberger, Aebi; Marquart (65. Tinner),
Gabathuler, Hanselmann (62. Kulici),
Roos; Fabian Hardegger, Haldner.
FC Gams: Gassner; Kersting; Suhner, Fluri
(56. Pidroni), Dürr, Pucher (48. Göldi);
Rüdisühli, Näf (43. Beti); Fäh, Bachmann
(74. Pahud); Hoppeler.
Bemerkungen: Verwarnungen: 16. Hanselmann
(Foul), 55. Haldner (Reklamieren),
58. Aebi (Foul), 61. Pidroni (Foul), 77. Rüdisühli
(Foul), 83. Hoppeler (Reklamieren),
90. (+1) Vögele (Handspiel).

Quelle Werdenberger und Obertoggenburger, Robert Kucera

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